Die Chronik des Junggesellenvereins “Germaina” Iversheim

Gruppenfoto aus dem Jahr 1892

Gruppenfoto aus dem Jahr 1892

Obwohl der Junggesellenverein “Germania” Iversheim auf eine lange Vereinsgeschichte zurückblicken kann, sind uns nur wenige Dokumente aus den Gründerjahren bekannt. Die Ursache hierfür mögen vielleicht vielfältiger Art sein, der Hauptgrund scheint in dem häufigen Mitgliederwechsel gerade eines solchen Vereins zu liegen. Trotz intensivster Bemühungen ist es uns bis heute nicht gelungen, eine lückenlose Vereinsgeschichte zu erstellen. Den entscheidenden Hinweis auf das Alter unseres Vereins fanden wir unter tatkräftiger Mithilfe des Lehrers J. M. Ohlert im Bad

Gruppenfoto aus dem Jahre 1911

Gruppenfoto aus dem Jahre 1911

Münstereifler Stadtarchiv. Auf einer dort aufbewahrten Satzung aus dem Jahre 1926 wird das Gründungsjahr mit 1885 angegeben. Im Laufe der Nachforschungen fiel uns durch einen glücklichen Zufall das bisher älteste Foto in die Hände. Auf dem Gruppenfoto ist ein Schild mit der Aufschrift “Junggesellenverein Iversheim 1892” zu sehen. Anzumerken ist, dass hierauf der sowie der heilige Aloysius abgebildet sind, befindet sich auch heute in Vereinsbesitz. Eine Besonderheit in Iversheim scheint auch heute noch immer das Schubkarrenrennen der Junggesellen zu sein.

Gruppenfoto von 1984

Gruppenfoto von 1984

Zeitungsausschnitt der Münstereifeler “Nachrichten” aus dem Jahre 1924

1924: Teilnehmer des 1. Schubkarrenrennens vor dem Gasthof Wallpott

1924: Teilnehmer des 1. Schubkarrenrennens vor dem Gasthof Wallpott

” Münstereifel, 28. März. Ein seltsames Schauspiel bot sich am Sonntag, den 23. März den Einwohnern unseres Städtchens. Schon am frühen Morgen und den ganzen Tag über munkelte man vom großen Schubkarrenrennen, bis die Spannung Nachmittags gegen 4 Uhr, auf diese Zeit war das Rennen festgesetzt, ihren Höhepunkt erreichte. Auf der Hauptstraße des Städtchens und der Chaussee nach Iversheim bildeten die Zuschauer ein langes Spalier und ihr warten sollte nicht vergebens sein. Kurz nach 4 Uhr erschienen vor dem Werthertor die ersten Schubkarrenschieber mit

ihren schweren Maschinen und ihnen folgte eine stattliche Anzahl Renner mit ihren ausgelesenen Markenfahrzeugen schweißgebadet im Trikotanzug, sogar Kontrollfahrer und rote Kreuzwagen, letzteren bildeten ein Pärchen mit Eselgespann, fehlten nicht. Am Rennen beteiligten sich ausschließlich Iversheimer Burschen, da ja auch die ganze Veranstaltung von dort ausging. Als Ziel war der Gasthof Wallpott, wo man sich an gutem Bier und anderen schönen Sachen erfrischte, gesetzt. Nach kurzer Rast wurde dann das Rückrennen angetreten, wobei die Sieger an ihrem loorbeergekränzten Häuptern erkennbar waren. Jedenfalls verfehlte das Wettrennen, dass wegen seiner Kuriosität eher in die Karnevalszeit gepaßt hätte, seinen Zweck nicht, im dem es unsere Lachmuskeln ordentlich lebendig machte. Auch konnte man feststellen, dass trotz des Aufblühens des Automobilwesens unsere einheimische Schubkarrenindustrie noch nicht ganz gestorben ist und noch sehr leistungsfähige Fahrzeuge auf den Markt bringt. ”

1900 1. Fähnrich des Vereins Andreas Bollig

1900 1. Fähnrich des Vereins Andreas Bollig

Wie schon auf dem Bild von 1911 zu erkennen ist, stellte der Junggesellenverein Iversheim zu damaliger Zeit einen Tambourcorps. Aufgrund Vereins interner Schwierigkeiten, die sich beim Besuch auswärtiger Feste ergaben, kam es im Jahre 1926 zur Spaltung, aus der der Tambourcorps “Adler” Iversheim hervorging. Dies scheint uns auch der Anlaß zur Neuauflage der Vereinssatzung zu sein. In den 50er Jahren kam es wieder zu einem Aufleben der Junggesellenfeste, die auch von unserem Verein häufig besucht wurden. Dass es auf diesen hoch herging, beweist folgende Geschichte: Nach dem Besuch eines solchen Festes wurde der Fähnrich zu nachtschlafender Zeit, eingewickelt in die damals neu angeschaffte Fahne, in einem Kartoffelfeld gefunden. Viele der damaligen Junggesellen schieden durch Heirat aus. Aufgrund vernachlässigter Nachwuchsarbeit kam es um das Jahr 1955 zu einem erneuten Rückgang der Vereinsaktivitäten. Nach 12-järiger Ruhepause bauten einige engagierte Junggesellen unter der Leitung von Friedel Metzler den Verein neu auf. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass das Schubkarrenrennen zur festen Iversheimer Tradition geworden ist. Aus der inzwischen langen Reihe dieser Veranstaltung ist besonders die des Jahres 1974 hervorzuheben, denn damals jährte sich das Rennen das erste Rennen zum 50. Mal. Erwähnenswert scheint uns zu sein, dass der Verein im Jahr 1984

das erste mal zur einheitlichen Bekleidung bei festlichen Anlässen T-Shirts mit dem Vereinsnamen angeschafft hat, die zur Kirmes des gleichen Jahres das erste mal getragen wurden. Ebenfalls wurde der Brauch des Fähndelschwenkens durch die Fähnriche Peter Reitz und Herbert Reuter erfolgreich weitergeführt. Im Jahr 1985 wurde unter Führung des ersten Vorsitzenden Rudolf Welter der Verein in das Vereinsregister eingetragen und darf sich seit dem Junggesellenverein “Germania” Iversheim 1885 e.V. nennen.

1984 Fahnengruppe des JGV, Fähnrich Peter Reitz

1984 Fahnengruppe des JGV, Fähnrich Peter Reitz

Portiert von Jona Kremer

4214 Besucher bisher, (c) Bilder und Texte JGV "Germania" Iversheim 2009, Design Heiko Wagner Multimedia