Die Geschichte des Schubkarrenrennens
Ausschnitt aus einem Bericht des Kölner Stadtanzeiger 5.6.1974
Im Jahre 1924 fand das Schubkarrenrennen seinen Anfang. Damals ging es allerdings nicht im Laufschritt mit der Schubkarre um den Dorfplatz, sondern von Iversheim nach Bad Münstereifel.
Man rannte in die nahe gelegene Kurstadt, um einen Polizisten, der bei der Bevölkerung nicht sonderlich beliebt war und den man nur “Gummiknüppel” nannte, einen Streich zu spielen. So erinnert sich jedenfalls Heinrich Kratz, Johann Roggendorf, Johann Elsig und Johann Zeyen. Polizist “Gummiknüppel” hatte in Iversheim anlässlich einer Kirmes mit dem Gummiknüppel zur Polizeistunde den Tanzsaal geräumt, als alle gern noch ein wenig weiter getanzt hätten. Aber der schlagwütige Polizist machte dem lustigen Kirmestreiben ein Ende. Da schworen sich die jungen Iversheimer Männer , dem Polizisten bei nächster Gelegenheit ein Schnippchen zu schlagen. Der Major des damaligen Iversheimer Tambourcorps, Krämer, hatte die Idee dazu. Zur damaligen Zeit lebte die Bevölkerung noch unter englischer Besatzung und hatte eine gewisse Sperrstunde und andere Auflagen einzuhalten. So war auch zeitweise die Straße Iversheim – Bad Münstereifel für Zivilisten gesperrt. Tambourmajor Krämer erwirkte beim Stadtkommandanten in Euskirchen eine Sondergenehmigung. Iversheimer Burschen holten Schubkarren hervor und machten sich im Laufschritt auf den Weg nach Bad Münstereifel in der Hoffnung, Polizist “Gummiknüppel” werde sie anhalten und ihnen ein Protokoll zu mache
n versuchen. Johann Zeyen erinnert sich: ,, Unsere Rechnung ging auf. Ich lief als erster in Bad Münstereifel ein. Neben mir unser Tambourmajor. Kaum sah uns Polizist “Gummiknüppel”, da kam er auch schon mit hochrotem Kopf angerannt, um uns anzuhalten und um uns ein Protokoll zu machen. Wir zeigten die Sondergenehmigung des Englischen Stadtkommandanten vor und lachten “Gummiknüppel” aus. Der machte sich dann bald aus dem Staub, weil er sich blamiert fühlte.”
Als 1949 junge Burschen in Iversheim in der Gastwirtschaft Luhr bei “Ohm Kock” das Photo vom ersten Schubkarrenrennen in Iversheim sahen, da griffen sie die Idee auf, und seit dieser Zeit wird alljährlich in Iversheim mit der Schubkarre um die Wette gerannt.”
Irgendwann schlief diese Tradition aber leider wieder ein, erst 1999 wurde sie unter Präsident Michael Feuser wieder eingeführt und kann seitdem wieder auf dem Iversheimer Dorfplatz bewundert werden.
